Festakt zu Dritt: Die voyeuristische Pizza, der katholische Vibrator und Ich

Bild: Fotolia

 

 

Glühwein, Plätzchen, Lichterketten, Tannenzweige: was für mich jedes Jahr der absolute Graus ist, lässt das Herzchen des Sohnes höher schlagen.

In der Vorweihnachtszeit formt das Kind seine geballte Lebensenergie zu einem Bumerang, den es seinem Umfeld ohne Vorwarnung entgegen schleudert. Dabei gehen schon mal Passanten K.O.

Wenn jemand die Voraussicht besitzt, rechtzeitig in Deckung zu gehen, verschwindet der Bumerang am Horizont. Die trügerische Sicherheit, die darauf folgt, ist aber nur von kurzer Dauer.

Irgendwie folgt dieses Teil einem eigenen Prinzip und kehrt immer wieder zu seinem verzückten Besitzer zurück.

Ich ducke mich gelenkig wie ein Ninja und der Bumerang saust knapp über meinem Kopf vorbei.

Nun ist es an mir, zu grinsen. Für einen unschuldigen Moment zumindest.

Das Lachen sollte mir bald vergehen.

Doch so viel sei gesagt: ich bekam es wieder zurück.

Passend zu Weihnachten gibt es diesmal ein Happy End.

 

Das folgende Ereignis ist der Erste von drei Akten.

Man kann ihn sich in den Grundzügen wie eine Dokumentation von National Geographic vorstellen.

Der Sprecher ist vielleicht etwas zu enthusiastisch. Ursprünglich wollte er Sportkommentator werden, doch dann ist er über Umwege beim Tierfilm gelandet.

Aber sei´s drum.

 

Die Sequenz beschreibt das berechnende Katz-und-Maus-Spiel – gemeinhin auch als Alltag bekannt – zwischen einer Mutter und ihrem Kind.

Das Raubtier (in dem Fall das Kind) nähert sich mit unrhythmischen Hopsern seinem Bau.

Dort ist das Opfer (die Mutter) mit dem Säubern der sanitären Einrichtungen beschäftigt.

Mit Putzhandschuhen bewaffnet sprintet das Opfer in die Küche, wo das Essen brodelt.

Es blickt bei der Gelegenheit kurz auf die Uhr um zu festzustellen, dass sich das Raubtier demnächst einfinden muss.

Das Opfer fängt plötzlich an zu zappeln und geht stramm Richtung Toilette.

Dann hält es inne und scheint zu überlegen.

Es macht kehrt und geht kurz entschlossen auf den Balkon. Dort späht es nach dem Raubtier.

Dieses ist nirgends auszumachen.

Es hat sich nämlich direkt vor dem Hauseingang verborgen und wartet in geduckter Position auf seinen Einsatz. Im entscheidenden Moment wird es zuschlagen.

Die vermeintliche Sicherheit des Opfers ist seine Chance.

Bei diesem Raubzug entscheiden Sekunden über Erfolg oder Misserfolg.

Derweil lässt das ahnungslose Opfer oben im Badezimmer die Hosen herunter.

Es lauscht noch einmal angestrengt, bevor es sich seufzend auf der Klobrille nieder lässt.

Just in diesem Augenblick weiten sich die Pupillen des Jägers.

Jeder einzelne Muskel ist fast bis zum Zerreißen gespannt, als sein untrüglicher Instinkt ein telepathisches Signal empfängt. Dies ist das Zeichen zu handeln.

In Sekundenschnelle - für das menschliche Auge viel zu gewandt - klatscht der Jäger seine plumpe Handschuhfaust auf den Klingelknopf, um dort einen ohrenbetäubenden Techno-Rhythmus zu erzeugen.

Dem ist das Opfer auf der Toilette hilflos ausgeliefert.

Verzweifelt versucht es, sich durch Ohrenpfropfen aus zusammengeknüllten Klopapierfetzen vor dem enervierenden Dauergebimmel zu schützen.

Da sich diese Praktik als erfolglos erweist, gibt das Opfer erbärmliche Klagelaute von sich.

Daran labt sich wiederum das Raubtier.

Was für eine absurde Symbiose, verehrte Zuschauer!

Doch Halt!

Plötzlich ergießt sich der Klingelrhythmus in ein schrilles Crescendo, das erbarmungslos jeden Winkel der Wohnanlage heimsucht. Selbst die alte Dame mit den zwei Hörgeräten reißt es aus ihrem Mittagsschläfchen.

Das kommt nun wirklich unerwartet, so eine Musikalität hätte man diesem minderjährigen Exemplar der Gattung Mensch gar nicht zugetraut! Fantastisch!

In dem Alter sind sie stets für Überraschungen gut, nicht wahr.

Wenn ich die Mutter wäre, meine Güte... Aber hach, was red ich, das ist ein anderes Thema!

Zurück zu unserem Schauplatz: Das Summen des Türöffners bereitet dem grausamen Spiel ein Ende.

Selbstzufrieden steigt das Raubtier die Stufen hinauf zur Wohnung, wo die inzwischen geistig zermürbte Beute aufwartet.

Was für ein Spektakel, liebe Zuschauer!

Leider ist unsere Sendezeit auch schon zu Ende.

Wir wünschen Ihnen ein besinnliches Fest und schalten Sie beim nächsten Mal wieder ein – oder besser noch: machen Sie selbst mit.

Teilnehmende Mütter erhalten einen gratis Jahresvorrat an Antidepressiva!

 

Es ist ruhig.

Ich habe Phantomschmerzen von dem Klingelangriff.

Das Kind betritt die Wohnung und hinterlässt neben Schneepfützen auch noch Lehmspuren auf dem Boden. Ich stelle fest, dass auch die restliche Kleidung mit einem Tonbrei verschmiert ist.

„Habt ihr getöpfert in der Schule?“, bringe ich gequält hervor - eindeutig eine rhetorische Frage.

„Ja.“

„Was hast du getöpfert?“

„Eine Kackawurst“, sagt das Kind mit dem Brustton der Überzeugung.

Ich wünschte, ich hätte nie gefragt.

Aber nun ist es zu spät.

Aus Gründen der Höflichkeit hake ich nach: „Und wie sieht die aus?“

Stille.

Mechanisch kommt das Kind im dunklen Flur auf mich zu. Mir wird ganz kalt.

Die Szene erinnert mich an den Film mit dem unheimlichen asiatischen Mädchen, das aus einem Fernseher steigt.

Als es nahe genug heran gekommen ist, um mich an seinem penetranten Kaugummi-Atem teilhaben zu lassen, bedenkt mich das Kind mit einem Blick, der mich als grenzdebile Idiotin dastehen lässt.

Ich warte mit offenem Mund wie ein Idiot auf eine Antwort.

Der Sohn lässt sich Zeit.

„Wie soll die schon aussehen...?“, meint er lapidar.

Ich kann diese lächerliche Spannung kaum noch ertragen und wackle nervös mit den Zehen.

Als immer noch keine Antwort kommt, will ich zu einer weiteren Frage ansetzen.

Scheinbar hat das Kind auf diesen Moment gewartet.

Es richtet seine hypnotischen Augen auf mich und zischt zwischen den Zähnen hindurch: „scheiße.“

Ich schlucke.

Noch nie kam ich mir so dumm vor.

Das Kind lässt mich stehen und verschwindet pfeifend auf sein Zimmer, als sei nichts gewesen.

In dem Moment wird mir klar dass es sie doch gibt, die dummen Fragen.

Facepalm reicht hier bei Weitem nicht.

Ich verspüre das Bedürfnis, mich mit dem Kopf voran in den Sandkasten unserer Wohnanlage hineinzuwühlen, um dort für die nächsten Stunden mit dem Mund voller Sand auszuharren.

Immer noch besser, als den unvorhergesehenen Angriffen dieses Psycho-Kindes ausgeliefert zu sein. Ich knirsche mit den Zähnen. Der imaginäre Sand hinterlässt ein raues Gefühl auf der Zunge.

Leicht traumatisiert wackle ich in die Küche und widme mich der Zubereitung des Mittagessens.

Im Geiste mache ich mir eine Notiz, den Sohn mit seiner irdenen Fäkalkunst auf Hochbegabung testen zu lassen. Man weiß ja nie.

Vielleicht langweilt er sich zu Tode und bringt das auf diese Weise zum Ausdruck.

Das ist natürlich ausgemachter Blödsinn. Selbst mir ist das klar.

Doch manchmal braucht man solche beruhigenden Gedanken.

Sie sind wie Medizin für die Aufrechterhaltung der geistigen Gesundheit.

Ich werfe mir ein Antidepressiva ein. Das Fernsehteam hat mir eine Riesenkiste dagelassen.

Allerdings glaube ich, dass es sich um billige Placebo-Tabletten aus Asien handelt.

Meine Laune ändert sich nicht wesentlich und ich verspüre Lust auf Sushi.

 

Plötzlich steht das Kind im Raum. Es hält mir ein Papier unter die Nase.

„Du musst mir mir für das Theater üben. Ich bin Josef.“

Auch das noch.

Nicht genug, dass der Sohn letztes Jahr beim Weihnachtstheater der Schule die Hauptrolle als Weihnachtsmann ergattert hatte – heuer toppt er das noch mit einer Josef-Vorstellung.

Ich verstehe nicht, woher diese weihnachtliche Begeisterung kommt.

Schließlich bin ich der Grinch.

Was die festlichste Zeit im Jahr betrifft, bin ich eine Höhle.

Wenn mich jemand betritt und „Frohe Weihnachten!“ schreit, kommt kein Echo zurück.

Ich hasse Dekorationen im Allgemeinen und habe noch nie einen Weihnachtsbaum besessen, geschweige denn einen Adventskranz.

Heiligabend verbringe ich ganz romantisch auf dem Sofa mit einer Pizza.

Danach treffe ich mich mit Freunden in der Kneipe.

Der Sohn feiert auf eigenen Wunsch immer bei seinem Vater Weihnachten, wo ein großes Familienfest stattfindet. Damit bin ich aus dem Schneider.

Klar kriegt er von mir ein Geschenk und er hat auch einen Adventskalender, aber das war´s dann auch.

Als ungetauftes Heidenkind, das dem katholischem Glauben zufolge in der Hölle landet, ist das eh schon eine Menge.

 

Wir üben den Text.

Ich lese zaghaft Maria. Das Kind schreit mich zusammen.

„Warum bist du so wütend, ich lese nur meinen Text“, stammle ich.

„Das ist meine Rolle! Ich bin ein wütender Josef!“, belehrt mich das Kind und stampft mit dem Fuß auf.

Dann ballt es die Faust gen Himmel und brüllt: „MARIA!! SIEH NUR, DER ABENDSTERN!!!“

Das geht durch Mark und Bein.

Meine Verbesserungsvorschläge blockt der Bengel kategorisch ab.

Ist gut, denke ich. Dann back dir doch ein Eis. Ist schließlich nicht meine Vorstellung.

Ich gebe kein weiteres Feedback und lasse die lautstarke Prozedur eine Stunde lang über mich ergehen. Während mein Stimmchen immer leiser wird, steigert sich der Sohn so sehr in seine Rolle hinein, dass es einem jähzornigen Ausbruch der Extraklasse gleichkommt.

Hernach verschlingt er sein Kartoffelpüree mit dem gesegneten Appetit eines Ritters, der erfolgreich von seinem Kreuzzug heimgekommen ist.

Ich bringe nichts herunter und sehe zu.

 

Übrigens bin ich stolz auf mein gutes Immunsystem. Vielleicht habe ich einmal im Jahr einen Schnupfen.

Drei Tage vor der Weihnachtsaufführung wünsche ich mir jedoch sehnlichst eine Krankheit herbei.

Wenn mir jemand seine Hand nicht geben will weil er vorgibt, verschnupft zu sein, greife ich zielstrebig danach und schüttele sie unangemessen lange.

Ich lasse meine Jacke absichtlich Zuhause liegen und komme halb erfroren vom Einkauf zurück.

Immer noch kein Infekt in Sicht. Noch nicht mal ein Hüsterchen.

Der besagte Tag rückt näher.

Ich vertilge eine Tube Zahnpasta und lecke die Klinke der Haupteingangstür ab. Nichts.

Dann rolle ich mich wie ein Embryo auf dem Sofa zusammen und ergebe mich meinem Schicksal.

 

Die Eltern stehen mit ihren Smartphones Spalier und filmen die Vorstellung.

Sie versperren mir komplett die Sicht. Doch das macht nichts.

Denn ich kann sehr gut hören, was da vor sich geht.

Mein Sohn donnert aus vollem Halse seinen Text herunter.

Dabei ist seine Intonation so grauenhaft, dass sich mir der Magen umdreht.

Die zart lispelnde Maria hat nicht die geringste Chance, gegen diesen Brüllaffen anzukommen.

Ich sitze in der hintersten Ecke und versuche, mit der Tannenzweigdeko zu verschmelzen.

Die Nadeln piksen durch den Stoff meiner Hose. Aus unerfindlichen Gründen habe ich das Bedürfnis, mich zu bestrafen. Ich drücke mich noch fester an die stechenden Zweige.

Der Applaus beendet das Schauspiel.

Mein Kind kommt auch mich zu. Es ist ganz heiser und sein Kopf glüht zinoberrot.

Da hat es sich mächtig verausgabt. Seine Augen funkeln machthungrig.

In der Rolle eines Napoleon wäre es definitiv besser aufgehoben gewesen.

Bei Plätzchen und Punsch kommen die Eltern miteinander ins Gespräch.

Sie beglückwünschen sich gegenseitig zu den schauspielerischen Leistungen ihrer Sprösslinge.

Zu mir kommt niemand.

Nur die Lehrerin tätschelt mir zum Abschied kurz die Schulter.

Sie verzieht dabei das Gesicht, als wäre sie auf einer Beerdigung.

„Frohe Weihnachten“, nuschelt sie halbherzig.

Das lässt meine Höhle erzittern.

Ich komme mir vor wie eine stigmatisierte Aussätzige. Ausgestoßen und gottverlassen

Atheismus hin oder her - aber ich dachte, in dieser Zeit geht es um Nächstenliebe.

Hatte ich keine Liebe verdient? War meine Ignoranz ein Fehler? Bin ich zu Scrooge mutiert?

 

Zuhause angekommen, erfahre ich eine Sinnkrise.

Ich zweifle an allem.

Gibt es nicht für jeden Menschen einen Platz auf dieser Welt?

Am nächsten Tag gehe ich in die Gemeindebücherei. Immer wieder sehe ich mich verstohlen um.

Als alle Besucher verschwunden sind, grapsche ich nach einer Bibel und hechte zum Schalter.

Auf meinem Bett baue ich eine Höhle.

Mit der Taschenlampe lese ich unter der Bettdecke in der Heiligen Schrift.

Immer wenn man denkt, man könnte nicht mehr tiefer sinken, wird man eines Besseren belehrt.

Wenn mich später jemand auf diesen Vorfall ansprechen sollte, werde ich alles leugnen.

Beim Blättern stolpere ich über die Aussage: „Liebe deinen Nächsten wie dich selbst.“

Es macht Klick. Ich küsse den abgewetzten Einband.

Dann springe ich auf und schleudere das Buch in die Ecke.

Das ist die Erleuchtung!

 

Kurz darauf sitze ich am Laptop und durchforste das Netz nach Vibratoren.

Wenn man seinen Nächsten lieben soll wie sich selbst, dann sollte man zuerst mal bei sich selbst anfangen. Total logisch. Jesus rocks!

Ich fühle mich zudem wie eine Vorzeige-Christin, weil ich den Ausdruck „Besinnlich“ wortwörtlich nehme.

Meinen ersten Vibrator habe ich in der siebten Klasse von Freundinnen geschenkt bekommen.

Gute zehn Jahre tat er seinen Dienst. Dann traten die ersten Wackelkontakte auf.

Wenn man kurz davor ist zu kommen, ist das wirklich sehr ärgerlich.

Nun muss was Neues her.

Unglaublich, was sich in den letzten zehn Jahren auf dem Sektor getan hat!

Fasziniert scrolle ich herum.

Produkte Made in China fallen aus. Keine Chemie an meine Schleimhäute!

Schließlich werde ich fündig. Vibratoren hergestellt in Deutschland aus hautsympathischem Silikon.

Bei den Preisen stocke ich. Gute 100 Euro für ein Sex Toy sind happig.

Und überhaupt, was soll bitte eine „Stoßfunktion“ sein?

Darunter kann ich mir nichts vorstellen.

Ich bestelle trotzdem.

Das ist mein Weihnachtsgeschenk an mich, weil ich mich so sehr liebe.

Bäh! Ich strecke dem Monitor die Zunge heraus.

Die Lieferung kommt prompt zwei Tage später und ich werde nervös.

Eigentlich wollte ich das erst an Weihnachten auspacken.

Ich halte es nicht aus.

Als das Kind tief und fest schläft, beuge ich mich sabbernd wie ein Raubtier über den Karton.

Mit spitzen Fingern öffne ich die Verpackung.

Ladekabel!

Das Teil lädt auf, während ich auf meinem Schreibtischstuhl herumrutsche und mir Katzenvideos auf Youtube ansehe. Nachdem ich zig weitere Beiträge über tanzende Eulen, quiekende Füchse, Fahrrad fahrende Pandabären und Kim Kardashian gesehen habe, ist das Ding endlich geladen.

 

Zwei Stunden später schleppe ich mich unter die Dusche.

Es muss mitten in der Nacht sein. Ich weiß jetzt, warum das Teil so teuer war.

Und ich weiß auch, was es mit der Stoßfunktion auf sich hat.

So hab ich mich zuletzt in meiner Jugend gefühlt, als man sich noch ungestüm die ganze Nacht begattete und danach richtig durchgenudelt war.

Ich habe diesen Vibrator nicht benutzt, sondern er mich.

Die verschiedenen Stoßprogramme hallen immer noch in meiner Höhle wieder.

Ich könnte die ganze Welt umarmen.

Noch nie war ich dem Gefühl der Nächstenliebe so nahe gekommen.

In den kommenden Tagen laufe ich mit seligem Dauergrinsen durch die Kante.

Ich bin durch mein ausgeglichenes Gemüt und meine Hilfsbereitschaft eine Bereicherung für meine Umwelt.

Sogar das Kind erkennt mich kaum wieder als ich vorschlage, gemeinsam einen Adventskranz zu basteln.

Ich zähle die Tage bis Weihnachten.

Zum ersten Mal kann ich mich in die Vorfreude meiner Mitmenschen einreihen.

 

An Heiligabend bereite ich alles für den festlichen Akt vor.

Diesmal sind wir zu Dritt: Ich, die Pizza und Alfred.

Jemand, der mir so nahe ist, braucht einen Namen.

Außerdem kann ich den Gedanken nicht ertragen, dass mein ungetaufter Vibrator eines Tages in der Hölle schmoren soll.

Ich streichle Alfreds Silikonhaut und kann nicht mehr an mich halten.

Das Essen muss warten.

Während ich mich von Alfred nach allen Regeln der Kunst ins Nirwana vibrieren lasse, schaut die Pizza zu, die unanständige Sau.

Zur Strafe verspeise ich sie in kaltem Zustand.

Ich stelle mir vor, dass dies für eine dampfende Pizza die schlimmste Demütigung überhaupt darstellt.

Geschmacklich ist das zwar nicht der Hit, aber trotzdem bin ich für die Mahlzeit dankbar.

Nach dem Sport braucht man Kohlenhydrate.

Damit ist das unverhoffte Weihnachtswunder vollbracht.

Körperlich bin ich zwar völlig ausgelaugt, aber ich kann wieder glauben.

Ich fühle mich nicht mehr ausgestoßen.

Sondern vielmehr... durchgestoßen.

Und wer diese Geschichte anstößig findet, hat damit absolut Recht (wortwörtlich!)

Zugleich ist das die beste Kritik, die ich mir vorstellen kann.

Danke dafür.

 

Ich wünsche Euch ein (wortwörtlich) besinnliches Fest.

 

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Kommentare: 14
  • #1

    Nadine (Sonntag, 10 Dezember 2017 20:15)

    Wie geil ist das bitte??? Ich wär grad fast vom Stuhl gefallen vor lachen!
    Und das Bild dazu. Ist das selbst gemacht?
    ps: Würdest du bitte, bitte verraten, was das für ein toller Vibrator ist? Marke? Ich könnt auch mal nen neuen gebrauchen.

  • #2

    Muttersprach (Sonntag, 10 Dezember 2017 20:39)

    Danke Nadine!
    Ich finde, gerade bei dem vorweihnachtlichen Stress braucht man ganz dringend was zum Lachen!
    Das Foto hab ich auf Fotolia gefunden.
    Meinen Zauberstab hab ich bei fun factory bestellt. Es ist ein Miss Bi Dualvibrator :-)

    Gute Zeit wünsch ich Dir,
    Conni

  • #3

    Fräulein Flauschig (Sonntag, 10 Dezember 2017 21:29)

    Superlustig! Bei der Stelle mit der Namensgebung bin ich abgebrochen!! Hammer!
    Ich kann mit Weihnachten auch nicht viel anfangen. Mache aber der Family zuliebe den ganzen Schmu mit. Bin schon wieder voll im Weihnachtsstress. Arrgh!
    Kannst du eigentlich fun factory im Text verlinken? vielleicht kriegst du dann nen Werbe-Bonus!
    LG

  • #4

    Muttersprach (Montag, 11 Dezember 2017 08:13)

    Hallo Fräulein Flauschig,
    schön zu hören, dass ich nicht der einzige Weihnachtsmuffel bin.
    Ich habe kurz darüber nachgedacht, zu verlinken. Bin mir aber nicht sicher.
    Will nicht den Eindruck erwecken, dass es sich um einen Werbebeitrag handelt.

    Mach´s gut und lass dich nicht zu sehr stressen,
    Conni

  • #5

    Katja (Montag, 11 Dezember 2017 18:19)

    Das ist wirklich sehr anstößig Conni, du solltest dich was schämen, haha!! Beste!!! :-) :-)
    (Das Teil bestell ich mir auch)

  • #6

    Eliana (Montag, 11 Dezember 2017 20:38)

    Das ist so verdammt gut geschrieben!
    Sogar mein Mann hat mitgelacht. Das will was heißen! Der hat einen sehr eigenartigen Humor. Ich musste Taschentücher holen, damit wir uns die Lachtränen aus den Augen wischen konnten. Mach weiter so!
    Alles Liebe,
    Eliana (und Manfred)

  • #7

    Mombie (Dienstag, 12 Dezember 2017 08:12)

    Liebe Conni, Ich muss dir meinen Dank aussprechen. Nach einer kurzen anstrengenden Nacht konnte ich dank diesem Text herzlich lachen! Dein Blog tut für die Seele gut, er ist so ehrlich, witzig und herzlich. Mir hilft das, mich selbst und die Alltagskatastrophen nicht so ernst zu nehmen. Wenn man vom Teufel spricht... die Kinder verlangen nach mir. ;-) Halt die Ohnren steif und viel Spaß beim Feiern zu dritt!

  • #8

    Julie (Dienstag, 12 Dezember 2017 22:22)

    Wow, deine Geschichten werden immer besser. Die Idee mit dem Moderator ist fantastisch (musste zweimal lesen, bevor ich es ganz verstanden habe) Dann noch die Stelle mit den falschen Pillen, wo du Lust auf Sushi hast... köstlich! (hey, das ist ja wortwörtlich)
    Jedenfalls: You made my day!!
    Ich wünsche dir ein frohes Fest mit Alfreds good vibrations!
    Liebe Grüße,
    Julie

  • #9

    Ladylike (Samstag, 23 Dezember 2017 09:51)

    Ein Tag vor Weihnachten, alle drehen am Rad. Mann liegt mit Männergrippe flach. Die Kinder kloppen sich ums Spielzeug und ich darf alles alleine Organisieren. Eigentlich müsste ich noch einkaufen, weil am ersten Feiertag das Schwiegermonster kommt (Ich sag dazu nur eingebildete Gluten-Unverträglichkeit!)
    Hab mich jetzt mit Laptop in mein Zimmer verzogen und beim lesen deiner Zeilen lach ich mir den Arsch ab. Zugleich fließen Tränen der Erleichterung. Oh Mann.
    Finde ich toll, dass du dem Wahnsinn den Rücken kehrst und auf deine Art feierst.
    Machst du dann gar keine Verwandtschaftsbesuche?
    Ich denk mir, wenn die Kinder groß sind, machen wir keinen Aufwand mehr.
    Dann gibts selbst gemixte Drinks für die Erwachsenen. Das muss reichen.
    Bis dahin... durchhalten!!
    Liebe Grüße aus der Eifel.

  • #10

    Mama on the rocks (Freitag, 29 Dezember 2017 20:24)

    Muahahaha Du schreibst echt gut!! ;-))
    Hab Dich jetzt in meinem RSS-Feeder aufgenommen. Bitte mehr! <3
    Wünsche Dir einen guten Rutsch in ein tolles neues Jahr!
    LG
    Séverine

  • #11

    Muttersprach (Samstag, 30 Dezember 2017 13:10)

    Hi Katja, Eliana, Mombie, Julie, Ladylike und Séverine.
    Danke für die Rückmeldungen. Das freut mich immer zu hören!
    Das Jahr ging so schnell vorbei und ich bin in letzter Zeit nicht dazu gekommen, zeitnah auf die Kommentare zu antworten. Ich lese sie aber alle!
    Trotzdem war ich nicht untätig. Es war eine inspirierende Zeit.
    Ich habe viele verrückte Ideen gesammelt, die im nächsten Jahr umgesetzt werden.
    Ihr dürft gespannt sein :-)

    Ich wünsche Euch allen einen guten Rutsch.
    Auf ein neues Jahr voller Selbstausdruck, Inspiration und Lebensfreude.
    Ihr Mamas seid die Heldinnen des Alltags.

    Beste Grüße,
    Conni

  • #12

    Kris (Donnerstag, 22 März 2018 16:57)

    Ich bestell mir jetzt auch son vibrierenders Wunderding.
    Das Paket wird ganz anonym versendet. Schon ein super Service.
    Kanns kaum erwarten, mein Geschenk auszupacken.
    Du hast mich überzeugt!

  • #13

    Muttersprach (Dienstag, 17 April 2018 19:50)

    Hi Chris,

    ich wünsche dir ganz viel Spaß damit!
    Nach regelmäßiger Benutzung konnte ich feststellen, dass das Teil den Beckenboden sehr effizient trainiert. Gleich zwei Fliegen mit einer Klappe ^^

    Mach´s gut,
    Conni

  • #14

    Lastbutnotleast (Donnerstag, 17 Mai 2018 20:16)

    Den Bildschirm kann ich leider nur noch verschwommen erkennen vor lauter Lachtränen. Der Beitrag ist urkomisch. Der Titel wahnsinnig kreativ. Ein richtiger Eyecatcher.
    So, genug Honig ums Maul geschmiert. Was mich nämlich brennend interessiert:
    Ich hab da was läuten hören dass du bald im TV zu sehen bist.
    Ist da was dran? Wenn ja teile bitte mit wann und wo, ich schalte ein!

    ps: Oder lass uns mal auf nen Kaffee treffen, bin bis Juli in MUC.